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09. Mai 2020 // Text: Katharina Partyka // Fotos: kiss the inuit und GWÖ

GWÖ - ein Wirtschaftssystem mit Zukunft

Kathi, unsere kiss the inuit MAMA, Gründerin und Nachhaltigkeits-Visionärin, gibt dir in diesem Blogbeitrag einen ganz persönlichen Einblick in ihre Reise und Entwicklung hin zu einer Gemeinwohl-Ökonomin. Am Ende des Beitrags findest du auch noch einen Link zu einem YouTube-Video, in dem du kurz und knapp alles zur Gemeinwohl-Ökonomie erfährst.

„Alles begann am 24. Juni, vor fast genau vier Jahren: An diesem Tag fuhr ich mit der Bahn nach Paderborn im Auftrag von Femnet. Der Verein, in dem ich Mitglied bin, setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen der Frauen in Indien und Bangladesh ein – ich hielt an der Uni einen Vortrag über moderne Sklavenhaltung der Spinnereien von Tamil Nadu. Im Anschluss hatte ich noch Zeit mir selbst andere Redner anzuhören und landete bei Tom Müller, der vor einer großen Hörerschaft über die Gemeinwohl-Ökonomie referierte. Schnell begriff ich, dass er über ein alternatives Wirtschafsmodell sprach, nach dem ich schon lange auf der Suche war. Zu der Zeit war ich bereits seit fünf Jahren mit kiss the inuit in Köln und Bonn selbstständige Ladenbesitzerin.

Gefühlt vor einer halben Ewigkeit studierte ich BWL in Marburg und schon zu Studizeiten hatte ich meine Zweifel, ob der Homo oeconomicus, freier Wettbewerb, das Mini-Max-Prinzip, oder die economies of scale der Weisheit letzter Schluss sind. Mein eigenes Unternehmen – zwei Geschäfte mit ökologisch und fair produzierter Mode und mehreren Mitarbeitern – lieferte mir dann auch den Beweis, dass diese Grundregeln nicht erstrebenswert sind. Viel Geld verdienen geht meist nur auf Kosten anderer (das müssen nicht unbedingt Menschen sein). Wer also möchte, dass es allen gut geht, muss Wirtschaften ganzheitlich betrachten.

Aufzuklären, was ökofaire Mode bedeutet, ist nun seit fast zehn Jahren Arbeitsalltag. Und in gewisser Weise sah ich kiss the inuit als gemeinnützig an. Denn ich fühlte mich schon immer als Botschafterin für eine grüne und faire Textilwirtschaft. Aber als wirtschaftendes Unternehmen mit Gemeinwohlprinzipien ist man in Deutschland noch lange nicht gemeinnützig, sondern gilt sogar eher als dumm.

Im Juni 2016 dann die Erleuchtung, die ich Christian Felber, dem Gründer der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) verdanke: Ich bin mit kiss the inuit zwar nicht gemeinnützig, aber: Gemeinwohl-Unternehmerin. Denn alle Werte die im System der GWÖ angeführt sind, sind auch meine Werte, nach denen ich leben und arbeiten möchte. Ich war sofort begeistert und wusste was zu tun ist: Ich will die GWÖ unterstützen, Mitglied werden und eine Gemeinwohlbilanz schreiben. Orientierung hierfür gibt eine speziell entwickelte Matrix, nach der sich Unternehmen oder eine Person nach sozialen und ökologischen Kriterien mit den verschiedenen Berührungsgruppen bewertet.

Dann ging es los: Wie kann ich dem Verein der GWÖ beitreten, was muss ich tun, um ein zertifiziertes GWÖ-Unternehmen zu werden? Ich hatte so viele Fragen. In Köln und Bonn gab es noch keine GWÖler, aber 2017 fand ich dann eine Peergruppe in Düsseldorf mit Maria Henkys als Beraterin. Wir waren vier recht GWÖ-unerfahrene UntermehrInnen aus Krefeld, Mühlheim a.d. Ruhr, Solingen und Köln. Wir trafen uns über einen langen Zeitraum abwechselnd bei jedem im Unternehmen und erstellten alle unseren Bericht.

Das war nicht so easy, denn für den Bericht brauchte es viele Zahlen, Daten und Fakten. Die Anforderungen waren sehr hoch und wir waren die erste Peergruppe die nach der Matrix 5.0 bilanzierte. Aber es hat sich gelohnt, denn es eröffnen sich viele Potenziale und jede Menge Entwicklungschancen.

Im November 2018 bekam ich schließlich das Zertifikat als Gemeinwohl-Unternehmen. Fertig ist man aber deshalb lange nicht – im Gegenteil: Die GWÖ-Bilanz ist wie ein Startticket zu einer langen schönen Geschäftsbeziehung mit dir und deinem Unternehmen. Und was soll ich sagen, seitdem ist krass viel Neues passiert. Unter anderem entstand daraus das IGLU 2019 ☺ Und wer weiß, was noch so kommt?!"

GWÖ kurz erklärt in einem YouTube-Video: youtube.com/watch

Zur Homepage der Gemeinwohl-Ökonomie: ecogood.org

Gemeinwohl-Matrix 5.0:

Aktuelles

Liebe Kund:innen,

ihr braucht KEINEN TEST mehr und KEINEN TERMIN, um bei uns einzukaufen.
In Köln, Bonn und ins IGLU dürft ihr mit dem Mund-Nase-Schutz rein.

Auf Instagram und Facebook informieren wir euch laufend über Aktuelles
und zeigen euch weiterhin schöne Outfits.

Klimastreik - wir sind dabei!

Wir gehen am 24.09. auf die Straße, denn es geht um viel - vielleicht auch um alles.
Wie werden wir uns für die kommenden Jahre politisch aufstellen?
Nehmen die Parteien die Klimaziele ernst und teilen Sie unsere Sorge um Mutter Erde
und unsere Zukunft? Wir schaffen uns Gehör - bist du dabei?

Keine Workshops mehr im IGLU

Leider müssen wir euch mitteilen, dass Stefanie Gräwe nicht mehr im IGLU tätig ist.
Aus persönlichen Gründen scheidet sie aus der gemeinnützigen Gesellschaft aus.
Da Steffie vor allem die Upcyling-Projekte und Workshops betreut hat,
finden bis auf Weiteres keine Kurse mehr bei uns statt.
Wir bedauern das Ausscheiden sehr und wünschen Steffie alles Gute für ihre Zukunft.

Wie wird Deine Kleidung nachhaltig?

Katharina Partyka im Wissenspodcast bei Quarks!
Wie kannst du nachhaltig Kleidung einkaufen? Und warum ist Fast Fashion ein Riesenproblem?
Wenn du dich infomieren möchtest, was du tun kannst um nachhaltiger Kleidung zu kaufen,
hör mal hier rein! In der 1. Folge Quarks Daily Spezial erfährst du alle Fakten zum Thema Mode
und wertvolle News und Tipps! „Fast Fashion – Wie wird Deine Kleidung nachhaltig?“ >>

So funktioniert „Kleiden ohne Leiden“

Am 26. Mai wurde das Veranstaltungsformat „Forum für Nachhaltigkeit“ von Prior1
live aus dem Bonner Shop übertragen. Zum Thema „Kleiden ohne Leiden“,
Trends und Fakten in der Fashionbranche, diskutierten Silke Langer (Grüner Knopf),
Maren Kropfeld (Uni Oldenburg) und Katharina Partyka (Inhaberin kiss the inuit)
in entspannter Atmosphäre: zum Video >>

DAS JEANSPROJEKT WIRD MIT 30.000 € GEFÖRDERT

Die TeilnehmerInnen der Deutschen Postcode Lotterie fanden
die Idee unterstützenswert und fördern unser Projekt mit 30.000 €!
Viele von euch kennen unsere Jeans-Sammelaktion aus letztem Jahr im IGLU.
Die Kampagne war so erfolgreich, dass wir nun ein
Rücknahmesystem für Jeans einführen wollen. Helft ihr dabei mit?
Hier findet ihr Infos zur Kampagne im letzten Jahr: